Autor: marco-fritz

  • Werewolf in a Girls‘ Dormitory, 1961 – ★★½

    Werewolf in a Girls‘ Dormitory, 1961 – ★★½

    BEI VOLLMOND MORD
    (LYCANTHROPUS, Italien, Österreich, 1961, Regie: Paolo Heusch)

    Kurz nach dem Antritt Dr. Olcotts als der neue Biolehrer in einem Heim für schwer erziehbare Mädchen, kommt es zum Mord an Mary, deren Leiche man im Wald findet. Die Spuren deuten auf einen Wolf hin, und das Heulen in der Nacht unterstreicht die Annahme der Polizei. Doch als es zu einem weiteren Mord kommt, glaubt man, den Verdächtigen unter den Angestellten zu finden. 

    Es ist nicht gerade so, dass es wenig Werwolffilme gibt, aber verglichen mit dem Vampirfilm ist dieses Subgenre des Horrorfilms recht übersichtlich. Vor allem die Italiener hatten keinen großen Hang zum Wolfsmenschen, aber dafür gab es ja die Spanier mit Paul Naschy. 

    Zwanzig Jahre nach DER WOLFSMENSCH (1941) und sieben vor DIE VAMPIRE DES DR. DRACULA (1968), in dem Paul Naschy das erste Mal in die Rolle des Werwolfs Waldemar Daninsky schlüpfte, kam Regisseur Paolo Heusch (STOSSTRUPP INS JENSEITS, 1968) und Story- und Drehbuch-Autor Ernesto Gastaldi um die Ecke und kredenzten diesen Werwolf-Horrorfilm mit Krimi-Handlung. Gerade der Whodunit-Aspekt, der italienisch-österreichischen Koproduktion, bringt frischen Wind ins Thema. Ich mag die Kombination aus Horrorfilm und Krimi, und die Schwarzweißbilder verstärken hier die gruselige Stimmung, die ein bisschen an die dt. Edgar Wallace Filme erinnert, nur dass man sich den Humor gespart hat. Die Anstalt, innen wie außen, bringt eine ordentliche Gothic-Horror-Stimmung mit ins Geschehen, die mit den dichten Wald-Aufnahmen bei Nacht ihren Höhepunkt findet. Auch wenn die Intensität eines Ricardo Fredas oder Mario Bavas nicht erreicht wird, kann sich die Fotografie von Renato Del Frate zeigen. 

    Etwas gewöhnungsbedürftig ist das Werwolf-Make-up. Es hat weniger von Lon Chaney jr., dafür mehr von einem Mr. Hyde und eine Spur von Jack Nicholson in WOLF (1994). Gut sieht es nicht aus, aber es verfehlt auch nicht die Wirkung. Mit Barabara Lass, Carl Schell, Curt Lowes und Luciano Pigozzi wurde der Film zudem gut Besetzt. Weniger gelungen ist der etwas eintönigen Score von Armando Trovajoli, der mich irgendwann genervt hat. 

    BEI VOLLMOND MORD ist ein atmosphärischer Werwolf-Krimi aus der Frühphase des italienisch Horrorkinos, der vor allem durch seinen Grusel-Charme glänzt. 

    (Bjoern Candidus)

  • Mountaintop Motel Massacre, 1983 – ★★★

    Mountaintop Motel Massacre, 1983 – ★★★

    MOTEL-MASSAKER 
    (MOUNTAINTOP MOTEL MASSACRE, USA, 1983, Regie: Jim McCullough Sr.) 

    Die geistig umnachtete Evelyn wird aus der Psychiatrie entlassen. Sie möchte ein neues Leben führen und beschließt mit ihrer Tochter Lori das abseits gelegene Mountaintop Motel zu führen. Doch schnell beginnt es zwischen den beiden zu kriseln. Bei einem Streit verletzt Evelyn ihre Tochter tödlich, was dazu führt, dass Evelyn vollends überschnappt und ihre Motel-Gäste dezimiert. 

    Jim McCullough Sr. (AURORA – DER BESUCHER AUS DEM ALL, 1986) liefert mit MOTEL-MASSAKER einen sehr dichten Backwood-Horror-Slasher, der sich zwar häufig genutzter Elemente bedient, sie aber sehr gekonnt und spannend präsentiert. Produzent war Jim McCullough Sr. selbst, dessen Film dann von Roger Cormans Firma New World Pictures gekauft und vertrieben wurde. Corman ließ es sich nicht nehmen, ein alternatives, blutigeres Ende zu drehen. 

    Der Ort des Geschehens: ein Grundstück mitten im Schoße der Natur, auf dem ein paar Holzhütten errichtet wurden, die als Motel dienen, funktioniert wunderbar und erweckt angenehme Erinnerungen an FREITAG DER 13. (1980). Das Motel und Anna Chappell als übergeschnappte Evelyn bringen natürlich auch PSYCHO (1960) in Erinnerung. Unter den Hütten ist ein Tunnelsystem, was die Hütten miteinander verbindet und so Evelyn das Morden einfacher ermöglicht. Das klaustrophobische Setting, die morbide Ausstattung, die etwas an THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE (1974) und EATEN ALIVE (1977) von Tobe Hooper erinnert, Regen und Gewitter und der unheimliche Score von Ron Di Julio sorgen für eine gruselige Atmosphäre. 

    Trotz der unheimlichen Grundstimmung kommt es auch manchmal zu leichten Ermüdungserscheinungen, und man hätte von den 95 Minuten gut die ein oder andere kappen können. Auch es ein paar Mord gibt, hält sich die Inszenierung im Gewalt-Sektor zurück. 

    Auch wenn MOTEL-MASSAKER mit kleinen Längen zu kämpfen hat, ist Jim McCullough Sr. unter dem Strich ein spannender, sehr dichter Backwood-Psycho-Horrorfilm gelungen, der definitiv eine Sichtung verdient hat. 

    (Bjoern Candidus)

  • The House of the Yellow Carpet, 1983 – ★★★½

    The House of the Yellow Carpet, 1983 – ★★★½

    DER GELBE TEPPICH
    (LA CASA DEL TAPPETO GIALLO, Italien, 1983, Regie: Carlo Lizzani)

    Franca und Antonio wohnen in einem modernen Gebäudekomplex. Da sie den großen gelben Teppich loswerden wollen, den ihnen Antonios Vater geschenkt hat, setzen sie ein Inserat in die Zeitung. Ein Mann meldet sich darauf, der am anderen Tag vorbeikommt, als Antonio nicht zugegen ist. Franca lässt den alten Mann in die Wohnung, der sehr aufdringlich wird. Als er ihr erzählt, dass er einst seine Frau auf dem gelben Teppich getötet hat, eskaliert die Situation.

    Es müssen nicht immer große Bilder mit ausschweifenden Kamerafahrten und hochstilisierten Morden von behandschuhten Mördern sein, die das Giallo-Kino beflügeln. Ebenso ist das Whodunit-Prinzip nicht zwingend notwendig, was Carlo Lizzani hier unter Beweis stellt. Die Story selbst basiert auf dem Theaterstück „Theatre at Home“ von Aldo Selleri. 

    Lizzani, der mit über 70 Regiearbeiten in sämtlichen Genres ein fleißiger Mann war, liefert in der ersten Hälfte ein beklemmendes Kammerspiel, dem dann ein überraschender Twist folgt, der alles auf den Kopf stellt und erst mal absurd wirkt. Aber in dieser Absurdität steckt ein cleverer Gedankengang, der den Film von seinen Giallo-Kollegen absetzt. Mit 1983 haben wir es ohnehin mit einem Spät-Giallo zu tun, und das erkennt man auch sofort, denn der moderne Gebäudekomplex, in dem das Ehepaar wohnt, ist ungewöhnlich. Allerdings sieht man das Gebäude nur selten von außen. Die meiste Zeit spielt in der Wohnung von Franca und Antonio, und die ist recht neutral gehalten. Visuell bietet der Film nur wenig Schauwerte. Er wirkt trist, aber das verleiht ihm auch einen kalten, realistischen Anstrich. Vielmehr konzentriert sich Lizzani auf die Geschichte und die interessanten Figuren, die wirklich gut besetzt wurden. Franca wird sehr überzeugend von Béatrice Romand (THEMROC, 1973) dargestellt. Antonio wird von Vittorio Mezzogiorno (LA ORCA, 1976) verkörpert, der mir als einziger nicht so gut gefiel. Der Ausgleich kommt mit Erland Josephson (DIE STUNDE DES WOLFS, 1968) als den Teppich-Interessierten, den er höchst eindringlich spielt. Ebenfalls überzeugend: Milena Vukotic (ANDY WARHOL‘S DRACULA, 1974) als seine helfende Hand. Auch wenn Mezzogiornos Spiel etwas sonderbar wirkt, stört er nicht das ansonsten wunderbare Ensemble. Und damit sich doch noch ein paar klassische Giallo-Gefühle einstellen, liefert Stelvio Cipriani den Score. 

    DER GELBE TEPPICH ist ein spannend inszenierter Kammerspiel-Giallo mit interessantem Inhalt und einer starken Besetzung. 

    (Bjoern Candidus)

  • Deep Blood, 1990 – ★½

    Deep Blood, 1990 – ★½

    SHAKKA
    (SANGUE NEGLI ABISSI, Italien, USA, 1989, Regie: Raffaele Donato, Joe D‘Amato)

    Nachdem ein junger Taucher von einem Hai getötet wurde, der einen kleines US-Küstenort terrorisiert, schwören seine drei Freunde Rache an dem Hai zu nehmen, der die Wiedergeburt des Meeresgottes Shakka darstellt. 

    Italo-Legende Joe D‘Amato und sein Filmproduktionshaus Filmirage springt hier auf die Haifilm-Erfolgswelle auf, die Steven Spielberg 1975 mit JAWS ausgelöst hat. Zwischen 1975 und 1995 wurden zahlreiche Hai-Horrorfilme gedreht, wie z.B. der sehr unterhaltsame DER WEISSE KILLER von Enzo G. Castellari aus dem Jahre 1981, der im Vergleich zu SHAKKA fast wie ein Meisterwerk daherkommt.  

    SHAKKA konnte mich leider nicht begeistern. Obwohl der Film recht interessant anfängt und gleich eine andere Richtung einschlägt, die mehr von Spielberg abweicht als es Castellari versucht hat, hielt das Interesse nicht lange an. Der Legende nach stammt diese Anfangsszene sogar von Raffaele Donato, bevor D‘Amato das Regie-Ruder übernahm. Wie auch immer es war, der Anfang mit den Kindern und dem mysteriösen Deppen mit dem hölzernen Fetisch, erweckte meine Aufmerksamkeit, die leider schnell verloren ging. 
     
    Obwohl sich der Film mit einigen netten und auch handwerklich durchaus soliden Aufnahmen schmückt, dümpelt man fast nur im Meer der Langweile herum. Die typische Besetzung mit jungen Leuten, die geradewegs aus einem 08/15-Slasher hätten stammen könnten, sind gar nicht das Schlimmste. Mein Problem war einfach das mangelnde Tempo, die minimalen Schauerte und das Ausbleiben von Spannung. Die wenigen Hai-Momente wurden fast ausschließlich aus Dokumentationsfilmen gefischt. Gegen Ende bedient man sich sogar bei Castellaris Film, meine ich. Das eigens geschaffene Hai-Modell, was hier auch mal kurz auftauchen darf, ist kaum der Rede wert. 

    SHAKKA startet vielversprechend, stürzt dann aber rasch in langweilige Gewässer, bevor er vollends darin ertrinkt.

    (Bjoern Candidus)

  • Daughters of Satan, 1972 – ★½

    Daughters of Satan, 1972 – ★½

    DIE TÖCHTER DES SATANS
    (DAUGHTERS OF SATAN, Philippinen, USA, 1972, Regie: Hollingsworth Morse)

    In Manila entdeck der Kunsthändler James Robertson ein über 350 Jahre altes Gemälde, was eine Hexenverbrennung darstellt. Er ist fasziniert und erschreckt zugleich, zeigt doch eine der drei Hexen eine frappierende Ähnlichkeit mit seiner Frau Christine. Er kauft das Gemälde und entfesselt damit einen Fluch. 

    Nach einer Teufels-Ritual-Eröffnungs-Szene, die Ende des 16. Jahrhunderts angesiedelt ist und einem direkt ins Gesicht schlägt, dass es sich hier um einen B-Film der weniger qualitativen Sorte handelt, geht es ins 20. Jahrhundert, wo einem direkt Tom Selleck in einem roten Cabrio entgegenfährt und Manila, die Hauptstadt der Philippinen durchfährt. 

    Tom Selleck in einem Horrorfilm zu sehen, erschien mir durchaus interessant, obwohl ich mit ihm als Darsteller nicht viel anfangen kann. Aber hier war es das Genre und das Hexen-Thema was mein Interesse weckte. Leider sind DIE TÖCHTER DES SATANS nur dafür gut, einen sanft in den Schlaf zu wiegen, denn Hollingsworth Morses Inszenierung ist unglaublich langweilig und ereignislos, dass ich nur mit Mühe und Not die Augen aufhalten konnte. Tom Selleck kann als Kunsthändler James Robertson auch nichts reißen. Gleiches gilt für Barra Grant als Christine Robertson und den Rest der Besetzung. Alle erscheinen irgendwie unpassend. 

    Würde der Film wenigstens so schräg bleiben wie er startet, aber nein, er schaltet in den Ödnismodus, wo das Geschehen bis zum Abspann verweilt. Keine Spannung, keine Atmosphäre, nichts, was einen packt, außer die Frage, wie man mit allem nur so daneben liegen kann. Die Hexen-Reinkarnations-Geschichte ist auch für 1972 nicht mehr neu; davor und danach gab es wahrlich Besseres zu dem Thema. Das Einzige, was sich positiv absetzt, ist der Schauplatz. Manila in einem Hexen-Horrorfilm zu zeigen, fällt aus dem Rahmen. Leider sieht man nicht allzu viel von Manila oder der Umgebung und wenn, gibt es nichts, um sich daran zu laben. 

    Um DIE TÖCHTER DES SATANS sollte man einen Umweg machen, wenn man nicht vom Schlafzauber getroffen werden möchte.  

    (Bjoern Candidus)

  • Portrait of a Hitman, 1979 – ★★★

    Portrait of a Hitman, 1979 – ★★★

    DER VOLLSTRECKER – KILLER OHNE GNADE
    (PORTRAIT OF HITMAN, USA, 1979, Regie: Allan A. Buckhantz)

    Jim Buck, ein Auftragskiller und Künstler, soll für seinen Auftraggeber Max Andreotti einen Arzt töten. Für Jim ist das allerdings ein Problem, denn Dr. Michaels ist ein Freund von ihm, der ihm einst das Leben gerettet hat. Als er sich gegen den Auftrag des Syndikats stellt, stellt sich das Syndikat gegen Jim. 

    Der wunderbare Jack Palance bekleidet in diesem Action-Drama die Hauptrolle und zeigt sich von einer sonderbaren Seite: Einerseits arbeitet er hier als kaltblütiger Killer, anderseits als gefühlsbetonter Kunst-Maler. Nicht dass ich diese Kombination nicht erquickend finde, aber sie geht halt nicht so richtig auf. Palance steht hier zwischen den Stühlen, was seinem Charisma allerdings keinen Abbruch tut. Noch griesgrämiger als Palance kommt Rod Steiger als Auftraggeber Max daher, der in jeder Sekunde miese Laune verbreitet. Und dann ist da noch Bo Svenson als Dr. Michaels, der leider sehr blass bleibt. 

    Regisseur Allan A. Buckhantz, der vorher für das Fernsehen gearbeitet hat, präsentiert hier seinen einzigen Langfilm. Man erkennt durchaus den Willen, einen facettenreichen Film abzuliefern. Irgendwie gelingt Buckhantz das sogar. Hochglanz sollte man nicht erwarten. DER VOLLSTRECKER – KILLER OHNE GNADE suhlt sich eher im Dreck des Grindhouse-Kinos. Und so serviert uns Buckhantz Mord, Sex, Autoverfolgungen mit Funkmusik und kruden Figuren, die einen bunten Reigen zwischen Coolness und Kopfschütteln erzeugen. 

    DER VOLLSTRECKER – KILLER OHNE GNADE ist voller Ecken und Kanten und schwebt stets in der Luft. Spaß hat er mir gebracht, und das zählt unter dem Strich. 

    (Bjoern Candidus)

  • Popcorn, 1991 – ★★½

    Popcorn, 1991 – ★★½

    SKINNER
    (POPCORN, Kanada, USA, 1991, Regie: Mark Herrier)

    Die von Alpträumen geplagte Filmstudentin Maggie plant mit ihren Kommilitonen eine Horrorfilmnacht in einem Kino. Das Thema: B-Movies aus den 50er-Jahren. Ihnen fällt eine alte Filmrolle des ominösen Films „The Possessor“ in die Hände. Doch dem Film haftet ein schreckliches Ereignis an. Sein Regisseur drehte einst durch und hat bei der Premiere seine Familie getötet und das Kino in Brand gesteckt, in dem viele Menschen starben. Als die Filmnacht beginnt, findet ein Killer den Weg ins Kino, um die Studenten zu reduzieren. 

    Nachdem das Studio mit Alan Ormsby unzufrieden war, wurde er nach 3 Wochen als Regisseur durch Mark Herrier ersetzt, der einst für Bob Clarks PORKY’S (1981) vor der Kamera stand. Bob Clark hat für SKINNER die Effekte überwacht und mit Ormsby wiederum die beiden Filme CHILDREN SHOULDN’T PLAY WITH DEAD THINGS (1972) und DEAD OF NIGHT (1974) inszeniert. Man bleibt hier also irgendwie in der Familie. 

    Ein Horrorfilm über B-Filme, die in einem Kino gezeigt werden sollen, ist nicht die schlechteste Idee, und die Umsetzung kann sich in einigen Bereichen sehen lassen. Es fängt bereits mit einer Alptraum-Sequenz an, die an NIGHTMARE ON ELM STREET (1984) erinnert, was auch in späteren Momenten der Fall sein wird. Aber auch ein IM AUGENBLICK DER ANGST (1987) drängt sich auf, auch wenn dessen erdrückende Wirkung nicht erreicht wird. SKINNER ist eher ein schriller und bunter Slasher, der mit seiner Kino-Thematik einen netten Meta-Weg einschlägt und wegweisende Regisseure wie William Castle Tribut zollt. Stühle werden unter Strom gesetzt, Geruchspatronen werden aktiviert und ein riesiges Moquito-Modell schwebt über dem Kinopublikum. Das 4D-Event-Kino lebt! Zumindest an dem einen Abend, der hier gefeiert wird. Aber auf Spaß folgt ernst. Und so marschiert ein Killer auf, der sich dicht am zeitypischen Slasher-Killer orientiert und leider etwas in den Blödelmodus fällt, der zum Teil an den späten Freddy Krueger erinnert. Dafür darf man sich auf gute Masken, Effekte und ein bisschen Gore freuen. Freude kommt durch ein Wiedersehen mit Jill Shoelen (THE STEPFATHER, 1987) und Dee Wallace (CUJO, 1983) auf. Der Rest der Bande, wie Derek Rydall (PHANTOM NIGHTMARE, 1989) oder Tom Villard (DER KILLERPARASIT, 1982) sind weniger sympathisch, reichen aber aus, um sie zu verheizen. Solide Kost für die Ohren liefert Paul Zaza, der im Genre auch kein Unbekannter ist (PROM NIGHT, 1980 / BLUTIGER VALENTINSTAG, 1981). 

    SKINNER meint es gut, präsentiert sich ansehnlich, krankt aber etwas an seinen Figuren, die oft nerven oder die nötige Ernsthaftigkeit vermissen lassen. 

    (Bjoern Candidus)

  • Batman: Gotham by Gaslight, 2018 – ★★★

    Batman: Gotham by Gaslight, 2018 – ★★★

    BATMAN: GOTHAM BY GASLIGHT
    (USA, 2018, Regie: Sam Liu)

    In einem Gotham City des Viktorianischen Zeitalters, treibt sich ein Frauenmörder herum, besser gesagt: Jack the Ripper. Kommissar Gordon ist ratlos, ihm fehlt jegliche Spur vom Täter. 
    Für Bruce Wayne wird es Zeit, sein Cape umzuwerfen, um als Batman nach dem Serienmörder zu suchen. 

    Die Story basiert lose auf dem gleichnamigen Comic von Brian Augustyn und Mike Mignola aus dem Jahr 1989. Die Idee, eine Batman Story mit einem viktorianischen Gewand zu schmücken, ist lobenswert und geht im Batman-Universum bestens auf, wie ich finde. Der ganze Film, der unter der Regie von Sam Liu entstanden ist, zeigt sich düster, erhellt durch schwummriges Gaslicht. Die vielen Gassen von Gotham sind toll gezeichnet und bauen eine starke Stimmung auf. Wie z.B. auch bei THE KILLING JOKE geht es hier nicht gerade zimperlich zu. Die Gewalt hält sich zwar im Rahmen, aber für Kinder ist dieser Ausflug eher nicht geeignet, für Erwachsene dafür umso mehr. 
    Visuell stimmt hier also alles. 
    Jedoch konnte mich die Story nicht wirklich packen, denn das Thema wurde einfach schon zu oft aufgegriffen. Aber da wir hier starke Figuren haben, die eine Variation dieses bekannten Themas durchspielen, wird es dadurch zumindest wieder interessant. 

    BATMAN: GOTHAM BY GASLIGHT ist trotz inhaltlicher Schwächen ein sehr schöner Trip ins viktorianische Zeitalter, den man sich als Freund des Dunklen Ritters nicht entgehen lassen sollte. 

    (Bjoern Candidus)

  • The Fifth Cord, 1971 – ★★★★

    The Fifth Cord, 1971 – ★★★★

    DER SCHWARZE TAG DES WIDDERS
    (GIORNATA NERA PER L‘ARIETE, Italien, 1971, Regie: Luigi Bazzoni)

    Im Umfeld des Zeitungsreporters Andrea Bild geschieht ein brutaler Übergriff, bei dem John Lubbock verletzt wird. Wenig später wird Signora Bini getötet. Der gemeinsame Nenner: beide waren auf einer Party, auf der auch Andrea Bild war. Er stellt selbst Ermittlungen an, doch dann gerät auch er unter Verdacht. 

    Luigi Bazzoni (SPUREN AUF DEM MOND, 1975) hat hier einen meisterlichen Giallo gezaubert, der voll und ganz in der Tradition von Fulci, Argento und Martino steht und sich vor diesen nicht im Ansatz verstecken muss.

    Inhaltlich wird hier nichts wirklich Neues geboten, da sollte man nicht hoffen, aber die Form ist außerordentlich gut. Der Film ist ziemlich direkt und beginnt schon mit der Stimme des Mörders auf einem Tonband, was schon mal gut einstimmt. DER SCHWARZE TAG DES WIDDERS beginnt düster, und so bleibt er auch.  

    Die abwechslungsreichen Schauplätze wie Tunnel, vergammelte Häuser, Parkanlagen oder schön ausgeleuchtete Wohnungen wurden hervorragend fotografiert, was auch für die spannenden, atmosphärischen und teils actionenreichen Momente gilt. Besonders das rasante Ende ist hervorragend inszeniert. Kameramann Vittorio Storaro (APOCALYPSE NOW, 1979) hat hier beste Arbeit geleistet. Weitere Unterstützung bringt der Score. Mal hypnotisch, mal flauschig oder bedrohlich – Ennio Morricone zeigt sich mal wieder facettenreich. Wunderbar. 

    Neben Franco Nero, der hier schön fertig aussieht und wunderbar passt, marschieren viele bekannte Gesichter auf. Da hätten wir z. B. den glänzenden Wolfgang Preiss, Silvia Monti, Ira von Fürstenberg, Edmund Purdom, Agostina Belli und Maurizio Bonuglia. 

    DER SCHWARZE TAG DES WIDDERS ist ein Edel-Giallo mit einer sehr dichten, teils beklemmenden Atmosphäre, der die bekannten Zutaten in höchster Qualität liefert. Top!

    (Bjoern Candidus)

  • Traumstadt Gazette Ausgabe 64

    Traumstadt Gazette Ausgabe 64

    Gesichter ohne Augen, wilde Tiere auf der Straße, psychopathische Motelbesitzerinnen…

    In der 64. Traumstadt Gazette, die besonders unsere Hörer und Hörerinnen der ersten Stunde freuen dürfte, präsentieren wir Euch LOVE LIES BLEEDING (2024), RETTET DIE BESTIEN (1978), DAS HAUS MIT DEM FOLTERKELLER (1976), DER GELBE TEPPICH (1983), DELLAMORTE DELLAMORE (1994), BEI VOLLMOND MORD (1961) und MOTEL-MASSAKER (1983)

    Blog: https://antenne-traumstadt.podcaster.de/

    Facebook: https://www.facebook.com/AntenneTraumstadt

    Musik: Carlos Ebelhaeuser (Musiker, Komponist / BLACKMAIL, THE DAMNED DON´T CRY)

    Link zum neuen Album von THE DAMNED DON´T CRY: https://open.spotify.com/album/3cAHZfiunmXQzsIUWuQ3cS?si=RWp72NHJRNuBtJYIIORfjQ&fbclid=IwAR1UbQ9FeQ1d9hIp-xF7zZhzafzng8lAhpeRyCADLQRXS0UPbYbxd32K7xk&nd=1