Autor: marco-fritz

  • Coogan’s Bluff, 1968 – ★★★★

    Coogan’s Bluff, 1968 – ★★★★

    COOGANS GROSSER BLUFF
    (COOGAN‘S BLUFF, USA, 1968, Regie: Don Siegel)

    Walt Coogan, ein Deputy Sheriff aus Arizona, bekommt den Auftrag, den Verbrecher James Ringerman von New York zurück nach Arizona zu bringen. Doch als Coogan New York erreicht und seinen Auftrag erledigen will, wird Ringerman in ein Polizeikrankenhaus eingeliefert, weil er auf einem LSD-Trip ist, was einen Transport so lange unmöglich macht, bis der Oberarzt sein OK gibt. Aber Coogan will keine Zeit verstreichen lassen und bekommt Ringerman mit einem Bluff frei, was ihm kurze Zeit später zum Verhängnis wird. Ringermans Freunde können Coogan überwältigen und abhauen. Für Coogan beginnt eine Verbrecherjagd quer durch New York City. 

    Clint Eastwoods zweiter Film nach seiner Rückkehr vom Italowestern ins US-Kino entstand unter der Regie von Don Siegel. Mit EIN FRESSEN FÜR DIE GEIER (1970) folgte hiernach ein Western im Italo-Style und 1971 DIRTY HARRY. COOGANS GROSSER BLUFF ist quasi eine Mischung aus den beiden Filmen. Eastwood ist wie bei Leone wortkarg, griesgrämig, aber lässt sich nicht aus der Ruhe bringen bis er dann doch zuschlägt oder einen einfach erschießt. Und er ist natürlich stets sexy. 

    Die am Anfang gezeigte Mojave-Wüste bringt natürlich sofort den Western ins Spiel, und es dauert auch nicht lange, bis sich Clint Eastwood zeigt. Statt mit einem Pferd durch die Wüste zu reiten, fährt er hier mit dem Jeep und ist auf der suche nach einem Navajo; dazu weicht der Zigarillo einer Zigarette. Sein zynisches bis menschenfeindliches Verhalten und sein unglaublich charakterstarkes Gesicht und Spiel mit den Augen wurde bereits durch Leones Dollar-Trilogie geprägt und mit DIRTY HARRY (1971) zur Vollendung gebracht. Der Mann ist eine Wucht, und hier ist es nicht anders. Doch fast tat er mir etwas leid als Landei, was ständig für einen Texaner gehalten wird, denn die Großstadt verträgt sich so gar nicht mit seiner Auffassung. Dass gerade Coogan vom moralischem Verfall abgeschreckt wird, macht die Sache natürlich doppelt interessant. Dieser Umstand sorgt immer wieder für ein paar humorvolle Momente, die COOGANS GROSSER BLUFF guttun. Aber nicht nur Eastwood glänzt in seiner Rolle, sondern auch der wunderbare Lee J. Cobb, der hier, wie in DER EXORZIST (1973), auch einen Lieutenant spielt und seinen Charme verbreitet. Also beste schlechte Laune durch die Bank. James Ringerman wird von Don Stroud dargestellt, der kaum Eindruck erweckt. Die kleine Romanze, die sich für Coogan ergibt, findet mit Susan Clark als Sozialarbeiterin Julie Roth statt. Dadurch kann Coogan zumindest auch noch andere Charakterzüge zeigen, denn in seinem Kern steckt kein schlechter Mensch. 

    Siegel sorgt natürlich auch für Action, wenn Ringerman auf der Flucht ist. Ein Westernsaloon weicht einer Bar, in der Eastwood erstmal fleißig aufräumt. Statt sich mit Pferden durch die Prärie zu verfolgen, jagt man sich auf Motorrädern durch den Central Park. Der Western blickt immer wieder durch den Polizeifilm durch und genau das macht COOGANS GROSSER BLUFF auch zu einem sehr unterhaltsamen Film. Die Mischung macht es aus. Die Figuren bekommen viel Raum, während der Action-Anteil wohl dosiert ist. Abgerundet wird die Inszenierung mit einem Score von Lalo Schifrin. 

    Obwohl die eigentliche Prämisse gar nicht viel verspricht, ist COOGANS GROSSER BLUFF ein kurzweiliger, rundum gelungener Film, mit einem tollen Clint Eastwood. 

    (Bjoern Candidus)

  • Traumstadt Gazette Ausgabe 76

    Traumstadt Gazette Ausgabe 76

    TRAUMSTADT GAZETTE 76

    Menschen mit feurigen Eigenschaften, eine köstliche Pampe aus dem Inneren der Erde, heiße Stripperinnen, denen es an den Kragen geht…

    Bjoern Candidus und Marco Fritz sprechen in der 76. TRAUMSTADT GAZETTE über

    -LA GATTA IN CALORE (1972)

    -MASSAKER IN KLASSE 13 (1976)

    -DER FEUERTEUFEL (1984)

    -THE STUFF (1985)

    -STRIPPED TO KILL (1987)

    -CITY OF DARKNESS (2024)

    Blog: https://antenne-traumstadt.podcaster.de/

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    Musik: Carlos Ebelhaeuser (Musiker, Komponist / BLACKMAIL, THE DAMNED DON´T CRY)

    Link zum neuen Album von THE DAMNED DON´T CRY: https://open.spotify.com/album/3cAHZfiunmXQzsIUWuQ3cS?si=RWp72NHJRNuBtJYIIORfjQ&fbclid=IwAR1UbQ9FeQ1d9hIp-xF7zZhzafzng8lAhpeRyCADLQRXS0UPbYbxd32K7xk&nd=1

  • Mr. Wrong, 1986 – ★★★

    Mr. Wrong, 1986 – ★★★

    FAHRT INS GRAUEN
    (MR. WRONG, Neuseeland, 1986, Regie: Gaylene Preston)

    Die neuseeländische Regisseurin und Filmproduzentin Gaylene Preston hat hier Elizabeth Jane Howards Geschichte MR. WONG adaptiert, in der es um den Geist einer ermordeten Frau geht, der in einem alten Auto wohnt, was sich eine andere Frau kauft, die fortan Kontakt aus dem Jenseits erhält.

    FAHRT INS GRAUEN wurde im Schneckentempo inszeniert, sieht gut 10 Jahre älter aus als das Produktionsjahr verrät und schmückt sich nicht gerade mit Highlights. Hier hat man es mit einem ganz leisen Vertreter des Geisterfilms zu tun, der aus der Ruhe eine gewisse Kraft zieht. Gerade auf der Ebene der Atmosphäre wird hier mit Wenig wohliger Grusel erzeugt. Alles ist unaufgeregt, und unnötige Spuk-Effekte spart man sich. Grusel wird mehr durch Geräusche und dem zurückhaltenden Score von Jonathan Crayford entfacht.
    Die mir durch die Bank unbekannten Darsteller sind sehr natürlich und unterstreichen den zurückhaltenden Charakter der Produktion. 

    Die Meisten werden FAHRT INS GRAUEN für stinklangweilig halten, ihn maximal als Einschlafhilfe benutzen. Und ja, hier passiert auch nicht viel, aber ich habe die Entschleunigung und die homöopathische Spannung genossen, die dem heutigen Geisterfilm fast völlig abhanden gekommen ist. 

    (Bjoern Candidus)

  • Red Sundown, 1956 – ★★½

    Red Sundown, 1956 – ★★½

    AUF DER SPUR DES TODES
    (RED SUNDOWN, USA, 1956, Regie: Jack Arnold)

    Nachdem der Revolverheld Alec Longmire den aus dem Gefängnis ausgebrochenen Bud Purvis vor dem Verdursten gerettet hat, geraten die beiden in einem Saloon in Schwierigkeiten. Dort erschießt Alec jemanden aus Notwehr. Die beiden flüchten und verstecken sich in einer Hütte. Doch der Bruder des Getöteten und seine Leute sind ihnen auf den Fersen. Es kommt zu einer Schießerei bei der Bud getötet wird. Alec kann sich hingegen verstecken und den Angreifern entkommen. Alecs Weg führt ihn nach Durango, wo er einen Job als Hilfssheriff annimmt, den die Stadt dringend nötig hat, denn der stinkreiche Rinderzüchter Henshaw lässt seine Macht und sein Geld spielen, um immer mehr Weidefläche einzunehmen, was die Menschen von Durango verhindern wollen. 

    Neben seinen Monsterfilmen hat Jack Arnold (DER SCHRECKEN VOM AMAZONAS, 1954) sich auch in anderen Genres bewegt und so auch eine Handvoll Western gedreht. 

    Mit AUF DER SPUR DES TODES hat er einen handwerklich ordentlichen Film abgeliefert, der neben den obligatorischen Schießereien auch viel Inhalt zu bieten hat, und das bei einer Laufzeit von unter 80 Minuten. Arnold lässt keine Zeit verstreichen und startet nach Alecs Rettungsaktion von Bud in einen actionreichen ersten Akt. Nach der tödlichen Notwehraktion von Alec im Saloon, widmet man sich dann den Charakteren von Alec und Bud, die über ihre Lebensauffassung sprechen, bevor es zu einer Belagerungsszene, mit einem kreativen Ausgang (sich selbst ein Grab zu schaufeln, um einen Brand zu überleben) kommt. Danach setzt sich die Inszenierung und die Stadt Durango und ihre Umstände werden vorgestellt. 

    AUF DER SPUR DES TODES macht einige Themen auf. Es gibt ein Versprechen, was Bud von Alec einfordert, aber nicht gehalten wird, es geht um Macht, Unterdrückung und dem Kampf um Weideland mit den üblichen Figuren wie dem Rinderzüchter Henshaw (Robert Middelton) und dem Revolvermann Chet Swann (Grant Williams), der die Nemesis von Alec wird. Der von Zweifeln geplagte Alec wird von Rory Calhoun dargestellt, der eine ganz gute Figur macht. Sein Kurzzeitkollege Bud wird von James Millican verkörpert. Dean Jagger ist als Sheriff Jade Murphy am Start. Die Besetzung ist insgesamt passend, doch unter dem Strich konnten mich die Figuren mit ihren Problem kaum mitnehmen. Alles sieht ordentlich aus, keine Frage, auch handwerklich hat man es mit versierten Händen zu tun, die einen soliden Filmen gezaubert haben, dennoch war ich inhaltlich unbeeindruckt, teilweise sogar gelangweilt. Sehr nervig fand ich den trompetenlastigen Score von Hans J. Salter, der teilweise auch nach Arnolds Monsterkino klang. Von Morricone, Nicolai und Konsorten ist man jedenfalls meilenweit entfernt, aber man ist hier ja auch im US Kino.

    AUF DER SPUR DES TODES hat durchaus Qualitäten zu bieten, ist aber insgesamt etwas zu steif und geschwätzig, was die anfängliche Spannung schnell schwinden lässt. 

    (Bjoern Candidus)

  • Two Mules for Sister Sara, 1970 – ★★★½

    Two Mules for Sister Sara, 1970 – ★★★½

    EIN FRESSEN FÜR DIE GEIER
    (TWO MULES FOR SISTER SARA, USA, 1970, Regie: Don Siegel)

    Sara hat Glück. Kurz bevor sie von drei Kerlen vergewaltigt werden soll, bekommt sie Hilfe von Hogan. Der befördert die Drei sofortig ins Jenseits und setzt seine Reise nach Mexiko mit Sara fort, die sich als Nonne herausstellt. Hogans Ziel ist der Goldschatzes einer französischen Garnison, während Sara die Befreiung der Mexikaner im Sinn hat. 

    Nach Ted Posts Western HÄNGT IHN HÖHER (1968) sitzt Clint Eastwood hier ein weiteres Mal als wortkarger, zynischer Typ Zigarillos rauchend im Sattel. Und würde man nicht von der wunderschönen Landschaft Mexikos erschlagen, könnte man meinen, man befände sich in einem weiteren Italowestern, in dem Eastwood erneut für Sergio Leone die Dollars einspielt. Der großartige Score von Ennio Morricone unterstreicht diese Illusion zusätzlich. Aber man ist nicht in Almería in Spanien, was einem als Mexiko verkauft wird, und das sieht man sofort. Die riesigen Kakteen, die faszinierenden Felsformationen und die Weite des Landes ist eine ganz andere Hausnummer als das europäische Pendant. Ich konnte mich hier an jedem Stein und jedem Wüstenabstrich erfreuen, und man hat auch Zeit genug, um die Landschaft zu erforschen. EIN FRESSEN FÜR DIE GEIER ist nämlich lange Zeit immer in Bewegung, was allerdings nicht heißt, dass hier viel passiert. Vor allem heißt es nicht, dass man hier schnell in Bewegung ist, denn die Inszenierung ist teilweise schon sehr langsam. In kleinen Häppchen erlebt das ungleiche Paar einige Abenteuer, bevor es zur großen Schlacht kommt. Dabei konzentriert sich Regisseur Don Siegel, der hier eine Story Budd Boetticher adaptiert hat, vor allem auf die beiden Hauptfiguren. Hogan wird von Clint Eastwood und Sara von Shirley MacLaine dargestellt. Beide harmonieren sehr gut und nicht selten gibt es ein paar humorvolle Momente zwischen den beiden. 

    Das Hauptproblem von EIN FRESSEN FÜR DIE GEIER ist seine Laufzeit von knapp 115 Minuten, die einfach nicht ausreichend ausgefüllt werden, um kontinuierlich zu packen. Nach einer fetzigen Eröffnungsszene folgt eine lange Reise bis man das Ziel erreicht hat und bekommt dann ein knappes Action-Finale, was mich völlig kalt gelassen hat. Hochwertig sieht hier alles aus, und auch die Stadt, die die französische Garnison besetzt hat, ist sehr atmosphärisch eingefangen. 

    Insgesamt fühlte ich mich bei EIN FRESSEN FÜR DIE GEIER sehr angenehm unterhalten. Die Naturkulisse im Einklang mit Morricones Musik hat mein Herz erwärmt. Eastwood und MacLaine überzeugen als Duo, doch es mangelt etwas an Highlights und Spannung, was auch das Finale mit Explosionen und Schießereien nicht ausgleichen kann. 

    (Bjoern Candidus)

  • Sweet Savior, 1971 – ★★

    Sweet Savior, 1971 – ★★

    DER SATAN
    (SWEET SAVIOR, USA, 1971, Regie: Robert L. Roberts)

    Anfang der 70er-Jahre entstanden einige Filme, die den Fall um den rassistischen Sektenführer Charles Manson und seinen Jüngern zum Thema hatten. Auf den Zug sprang auch Robert L. Roberts auf. 

    Sex, Drogen, Mord und Sekten-Spinner stehen hier auf dem Plan, der mehr schlecht als recht umgesetzt wurde. Die Inszenierung ist lange Zeit zäh wie Gummi. Spannung und handwerkliches Geschick ist Mangelware. Es passiert lange Zeit immer wieder das Gleiche. Manson, der hier Moon heißt, gibt ständig sein Geschwätz zum Besten und lullt seine Schäfchen ein. Dabei geht man kaum bis gar nicht auf Mansons rassistische Einstellung ein, sondern konzentriert sich eher auf sein Bibelgesülze. Die Darsteller sind soweit okay. Moon wird von Troy Donahue verkörpert, und TROMA-Chef Lloyd Kaufman hat einen kurzen Auftritt, der hier auch als Produktionsmanager zuständig war. Ansonsten war mir der Cast unbekannt. Um das Lebensgefühl jener Tage noch mehr zu unterstreichen, wird die Inszenierung von Hippie-Songs untermalt. 

    DER SATAN ist eine ziemlich langatmige Exploitation-True-Crime-Veranstaltung, die lediglich aus historischer Sicht ein klein wenig interessant ist.

    (Bjoern Candidus)

  • Death Dimension, 1978 – ★★★

    Death Dimension, 1978 – ★★★

    DER EINZELKÄMPFER
    (DEATH DIMENSION, USA, 1978, Regie: Al Adamson)

    Dr. Mason erfindet eine Gefrierebombe, die eigentlich für Dürregebiete eingesetzt werden soll. Doch sein Auftraggeber, ‚The Pig‘, hat einen ganz anderen Plan. Er möchte die Bombe als Waffe verkaufen. Dafür muss er aber an die Formel von Dr. Mason kommen, die der wohlweislich auf einem Mikroship gespeichert hat, den er unter die Haut einer Frau implantiert hat. Der Doktor bringt sich um, die Frau flüchtet und ‚The Pig‘ lässt sie jagen, was wiederum Lt. Detective Ash auf den Plan ruft. 

    „Einmal Irgendwas mit allem, bitte.“
    „Hier, nehmen sie DER EINZELKÄMPFER, der auch als KOMMANDO TODESFORMEL bekannt ist.“

    Al Adamson hat es immer wieder zustande gebracht, mit geringem Budget und wenig Qualität, zu unterhalten. Filme wie ASTRO-VAMPIRE – TODESMONSTER AUS DEM ALL (1970) oder DRACULAS BLUTHOCHZEIT MIT FRANKENSTEIN (1973) sind einfach sympathische Filme, die bis heute von ihren B-Movie-Charme leben. Adamson hat sich aber nicht auf ein Genre festgelegt und so folgten neben Horrorfilmen auch Actionfilme, Dramen, Krimis und Thriller. Er bewegte sich auch im Blaxploitation-Kino, was in DER EINZELKÄMPFER sehr ersichtlich wird, wenn auch nicht ausschließlich. Mit Jim Kelly schickt er jedenfalls einen Schwarzen in die Rolle des Lt. Detective Ash, der hier mit seinem Kollegen Li (Myron Lee) in bester Bruce Lee-Tradition die Schurken wegfegen darf. Der Martial Arts-Fan wird bedient, ebenso Freunde von Autoverfolgungsjagden, Explosionen und Funkmusik (der Score ist abhängig von der Fassung). Aber auch Freunde von bekloppten Ideen kommen voll auf ihre Kosten. Die Kältebombe, die am Anfang einmal auf armselige Art demonstriert wird, ist schon ein starkes Stück Gagaismus, der Schlimmstes befürchten lässt, was den weiteren Verlauf des Films angeht. Doch mit DER EINZELKÄMPFER sitzt Adamson relativ gut im Regie-Sattel. Er lässt keine Minute vergehen, um den Zuschauer bei Laune zu halten. Regelmäßig versorgt er seine Inszenierung mit Energie. Die Energie wird natürlich in erster Linie durch die Darsteller und ihre kämpferischen Ausführungen erzeugt. Die Figuren sind comichaft, überzeichnet, aber sorgen dadurch auch für den meisten Spaß. Neben Jim Kelly dürfen auch kurz Aldo Ray und George Lazenby durchs Bild huschen, während Harold Sakata als Santo ‚The Pig‘ Massino den Hauptbösewicht mimen darf. Während seine Performance schnell vergessen ist, bleibt die seiner Alligatorschildkröte hängen. Mit Qualität zeichnet sich hier leider niemand aus, aber DER EINZELKÄMPFER verlangt auch keine darstellerischen Höchstleistungen, um zu erfüllen, was man bei solch einem Produkt erwartet. 

    Al Adamson liefert mit DER EINZELKÄMPFER einen actionreichen No-Brainer, der mit sämtlichen Mitteln aus allen Richtungen Spaß liefert. 

    (Bjoern Candidus)

  • 13 Frightened Girls, 1963 – ★★★

    13 Frightened Girls, 1963 – ★★★

    KENNWORT KÄTZCHEN
    (13 FRIGHTENED GIRLS, USA, 1963, Regie: William Castle)

    In einem Schweizer Internat für die Töchter von Diplomaten aus aller Welt steht ein Urlaub an. Die Mädchen brechen auf zu einem Trip nach London, genauer: in die US-Botschaft. Als Candy, die Tochter eines US-Botschafters, eine Leiche entdeckt, keimt in ihr die Spionin auf, was sie alsbald in Gefahr bringt.  

    Im 60er-Jahre Œuvre von William Castle, was mit Horrorfilmen und Thrillern dominiert, sticht KENNWORT KÄTZCHEN absolut hervor. Der Film startet mit einer wunderschönen Bergkulisse in Kalifornien, die dem Zuschauer als die Schweiz verkauft wird. Eine schöne Naturkulisse mit prächtigen Farben verdrängt Castles gruselige Schwarzweiß-Horrorwelt. Spukhäuser mit klappernden Skeletten weichen einer bunten Spionage-Agenten-Parodie mit einem lebensfrohen Mädchen, und das auf sehr charmante Art. Castle kombiniert hier Humor mit seichter Spannung in homöopathischen Dosen. Mal etwas Hitchcock light, mal eine Spur DIE MÄDELS VOM IMMENHOF (1955). Die Darsteller wie Kathy Dunn, Murray Hamilton und Hugh Marlowe sind sympathisch. Manche der Nebendarsteller wirken etwas steif, manche gar albern, aber letztlich passen sie zum heiteren Ton. Alles wirkt recht stimmig, aber im Rahmen von Castle eben nicht gerade typisch. 

    KENNWORT KÄTZCHEN ist eine lockere, charmante Spionage-Krimi-Parodie, die frischen Wind in Castles Filmografie brachte, allerdings keinen Erfolg mit sich zog. 

    (Bjoern Candidus)

  • Shadow Hours, 2000 – ★★★½

    Shadow Hours, 2000 – ★★★½

    SHADOW HOURS
    (USA, 2000, Regie: Isaac H. Eaton)

    Michael (Getty) hat eine drogendurchseuchte Vergangenheit hinter sich und arbeitet jetzt am Nachtschalter, um für seine Frau und sein kommendes Kind zu sorgen. Ein Job, der alles andere als schön ist. Da kommt ihm der Autor Stuart Chappell (Weller) gerade recht, denn der nimmt ihn immer wieder mit auf eine Reise ins Nachtleben, die immer mehr eskaliert. 

    Es ist nicht einfach, Isaac H. Eatons Film zu sortieren. Hier wird etwas Drama, Krimi und Action serviert, aber trotzdem wird nichts davon wirklich ausführlich bedient. SHADOW HOURS ist eher ein zeittypisches Konglomerat aus beliebten Themen wie Mord, Drogen, Sex, Beziehungsdrama und miesen Typen. Nicht nur einmal musste ich an das dornige Kino von Abel Ferrara denken, auch wenn es hier nicht ganz so konsequent zugeht. 

    Isaac H. Eaton präsentiert eine gut eingefangene L.A.-bei-Nacht-Stimmung, in die er Balthazar Getty (bleibt blass), Peter Weller (großartig), Rebecca Gayheart (was für eine Langweilerin), Brad Dourif (wie immer herrlich), Peter Greene (irgendwie durch, aber super) und Michael Dorn (mehr Randfigur geht nicht) stößt. Eaton konzentriert sich sehr auf die Figuren. Vor allem überzeugt Peter Weller als Stuart Chappell, der Balthazar Getty als Michael immer mehr in sein Netz spinnt und langsam vergiftet, während er ihm versucht, die Unterwelt von LA schmackhaft zu machen.

    Bars, Technoclubs, SM-Partys, Fightclubs und eine Tankstelle sind die Hauptschauplätze von diesem sehr kurzweiligen Trip ins Nachtleben von LA. Brian Tyler kredenz einen treibenden Electro-Score, und weitere Tracks stammen u.a. von Moby und Fluke, die einem die Entstehungszeit des Films noch mal doppelt bewußt macht.

    SHADOW HOURS ist ein durchaus interessanter Film mit einem glänzenden Peter Weller und einer dichten Großstadt-bei-Nacht-Atmosphäre. Eigentlich nichts Besonderes, aber sehr gut guckbar, um sich zu entspannen. 

    (Bjoern Candidus)

  • Doorman, 1986 – ★½

    Doorman, 1986 – ★½

    DOORMAN
    (DEAD AS A DOORMAN, USA, 1986, Regie: Gary Youngman)

    Ein angehender Krimi Schriftsteller arbeitet als Portier in einem Apartmentkomplex. Als einer seiner Kollegen ermordet wird, beginnt für den Schriftsteller ein Kriminalfall, der für ihn sicher spannender ist als für die meisten Zuschauer von DOORMAN.

    Wenn man sich mal wieder auf entspannte Art in den Schlaf bringen möchte, empfehle ich diesen Film, der unter der Regie von Gary Youngman entstanden ist. Ein Film, dessen Posterartwork einen Horrorfilm verspricht, ist letztlich nicht mehr als ein Krimi, und ein ziemlich ausdrucksloser noch dazu. Dabei ist die TV-Optik gar nicht mal so schlecht, aber es mangelt leider an einer mitreißenden Geschichte, an Spannung, Atmosphäre oder sonstigen Schauwerten. Die beiden Hauptfiguren Bradley Whitford und Sharon Sharth sind durchaus solide Darsteller, mit denen man sicher etwas Besseres hätte zaubern können. Doch hier verkörpern sie nur langweilige Figuren in einer öden Story.  

    Als Spannungsfilm ist DOORMAN wirklich eine Katastrophe, als sanfte Einschlafhilfe aber immerhin verlässlich. 

    (Bjoern Candidus)