DER NEW YORK RIPPER
(LO SQUARTATORE DI NEW YORK, Italien, 1982, Regie: Lucio Fulci)
In New York City geht ein wahnsinniger Serienmörder um, der es auf junge Frauen abgesehen hat. Diese werden von dem Killer verstümmelt und anschließend umgebracht. Lt. Fred Williams wird auf den Fall angesetzt, aber dem fehlt noch eine heiße Spur. Als man dem Täter weitere Morde zuordnen kann, sucht er Hilfe bei dem Psychologen Dr. Paul Davis, damit dieser eine Täterprofil erstellt. Nach einem weiteren Mord finden sie endlich eine Spur.
Willkommen in der Welt der Körperzerstörung, die kaum einer besser beherrschte als Lucio Fulci, und DER NEW YORK RIPPER ist eins der besten Beispiele dafür.
Fulci stößt einen in ein von Sex, Drogen und Gewalt gezeichnetes New York City der frühen 80er-Jahre und präsentiert Bars, Clubs, Sexkinos und viele schäbige Männer und viele schöne Frauen. Doch die Frauen haben hier wahrlich kein leichtes Spiel, denn ein Killer mit Donald-Duck-Stimme und dem heftigen Drang, Frauen zu verstümmeln und anschließend zu töten, treibt sein Unwesen.
Hatte Fulci schon mit WOODOO-SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES (1979) und EIN ZOMBIE HING AM GLOCKENSEIL (1980) die Messlatte im Gore-Bereich hochgesetzt, haut er hier kräftig nach. Die Gewalt in DER NEW YORK RIPPER ist alleine deshalb schon grausamer, weil sie hier von Menschen gegen Menschen gerichtet ist, nicht gegen Zombies. Und so werden hier mehr Erinnerungen an Mario Landis GIALLO A VENEZIA (1979) wach, dem leider aber die Qualitäten fehlen, die Fulci hier aufbringt. Egal, wie bestialisch die Morde sind, sie sind auch immer sehr spannend und sauber inszeniert. Überhaupt lässt sich hier alles sehen. Luigi Kuveiller hat ordentliche Bilder fotografiert, um eine sehr authentische New York City-Atmosphäre festzuhalten, ob am Tag oder in der Nacht. Viele unterschiedliche Schauplätze machen den Film zusätzlich interessant, und das Großstadtgefühl wird zusätzlich von Francesco De Masis Score angetrieben.
Auch die Besetzung ist ein wichtiger Faktor von DER NEW YORK RIPPER, und da muss man sich bei Fulci in der Regel auch keine Sorgen machen. Das Gesetz wird vertreten von Jack Hedley als Lt. Fred Williams, der so anziehend ist wie ein Aschenbecher. Die Psyche wird vertreten von Paolo Malco als Dr. Paul Davis. Beide gehen sie hier auf die Jagd nach dem Killer. Des Weiteren gibt es ein Wiedersehen mit Cinzia de Ponti, Cosmio Cinieri, Howard Ross, Alexandra Delli Colli und Fulci selbst.
DER NEW YORK RIPPER ist Fulcis saftiger 80er-Giallo-Reboot, der kompromisslos um sich sticht und nicht mal am Ende Hoffnung bereithält.
(Bjoern Candidus)









