ZOMBIE III
(ZOMBI 3, Italien, 1988, Regie: Lucio Fulci, Bruno Mattei, Claudio Fragasso)
Ein Terrorist stiehlt aus einem Geheimlabor auf den Philippinen einen bakteriellen Kampfstoff. Bei der Fluch wird er angeschossen und kontaminiert sich mit der Biowaffe „Death One“. Er stirbt. Die Leiche wird verbrannt, was das Chaos perfekt macht, denn die Aschepartikel in der Luft werden von Vögeln weiter auf Menschen übertragen, die schließlich sterben, bevor sie sich in Untote verwandeln. Eine Handvoll Touristen und ein Trupp Soldaten müssen sich gegen Massen von Zombies zu Wehr setzen. Ein Säuberungskommando ist bereits unterwegs, um die Gegend von Zombies zu reinigen.
Die Legende besagt, dass der große Lucio Fulci beim Dreh zu diesem Film, der auf einer Story / Drehbuch von Claudio Fragasso basiert, das Handtuch geworfen hat, weil er mit der ganzen Produktion unzufrieden war. Andere Stimmen behaupten, es ging um seine Gesundheit, was durchaus Sinn ergibt, da er zu dieser Zeit ziemlich angeschlagen war. Wie auch immer es lief, der Film sieht eher nach Fragasso aus, der hier wohl tatkräftige Unterstützung von seinem Buddy Bruno Mattei hatte. Der Titel suggeriert eine Fortsetzung zu WOODOO – SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES (1979), der im Original den Titel ZOMBI 2 trägt. Schnell wird jedoch klar, dass der Film für sich alleine steht. Der Irrsinnsfaktor erinnert jedenfalls mehr an Matteis HÖLLE DER LEBENDEN TOTEN (1980) als an Fulcis Zombiewelt(en).
Auch wenn ZOMBIE III wahrlich kein Qualitätskino ist, liefert er doch unglaublich viel Zombie-Party-Stimmung. In der Langfassung steigt man direkt zu Beginn mit dem ersten Zombie-Verwandlungs-Effekt ein, der schon zeigt, wohin das Make-up tendiert: zum Matschkopf-Pizzafressen-Zombie, der einem aus dem Italo-Horrorkino nicht fremd ist. Als nächstes besteigt man die kalte Welt der Militärbasis und Forschungsstation, in der das Chaos ausbricht, nachdem es einen Angriff von Terroristen gibt. Der Großteil der Handlung spielt sich dann in der Natur oder in Häuserruinen ab. Die Baracken sind teilweise sehr schön ausgeleuchtet, und das grüne Licht erweckt Erinnerungen an Bava, nur in billig. Wenn das Räumungskommando aufmarschiert, kommen einem Filme wie CRAZIES (1973) oder DAWN OF THE DEAD (1978) in den Sinn, der Ascheregen erinnert hingegen etwas an RETURN OF THE LIVING DEAD (1985). ZOMBIE III ist ein Flickenteppich aus bekannten Zutaten, aber egal, wie man ihn dreht und wendet, der Film hat mich gut unterhalten, weil er sich vor allem auf das konzentriert, was der geneigte Zuschauer bei so einem Produkt erwartet: Zombies, Blut und Gedärme. Die Splatter-Fraktion kann sich gemütlich zurücklegen, denn der Lebenssaft spritzt ordentlich, besonders ab der zweiten Hälfte. Hier überschlagen sich dann auch etwas die Eindrücke, denn das Tempo der Inszenierung ist recht hoch, passend dazu: der Synthesizer-Score Stefano Mainetti. Erschießungen, zerhackte Körper, Explosionen, von A nach B laufende Trottel und ein Radio-Moderator in seiner Station, der das Geschehen kommentiert, stehen auf dem Programmplan, und das alles freilich unter dem Ausschluss von Intelligenz, denn eine packende Story sollte man hier nicht erwarten, und gute Darsteller natürlich auch nicht. Immerhin passen Deran Sarafian (CREATURE OF THE ABYSS, 1994), Beatrice Ring (PALERMO VERGESSEN, 1990) und der Rest der Bande perfekt ins irrsinnige Geschehen.
ZOMBIE III ist ein actionreicher, blutiger Zombiefilm, der seine Unzulänglichkeiten nutzt und in pure Unterhaltung umwandelt.
(Bjoern Candidus)