DER MANN, DER SEIN GEHIRN AUSTAUSCHTE
(THE MAN WHO CHANGED HIS MIND, GB, 1936, Regie: Robert Stevenson)
Der geniale Gehirnforscher Dr. Laurience steht kurz vor seinem Durchbruch. Er will die Erinnerungen und das Wissen eines Menschen in das Gehirn eines anderen übertragen. Doch seine Kollegen und sein Geldgeber glauben nicht an seine Wissenschaft. Dann gelingt es ihm, den Geist seines schwerkranken Mitarbeiters Clayton in den Körper seines Geldgebers Lord Haslewood zu übertragen, um schließlich selbst in den Körper von Haslewoods Sohn schlüpfen zu können.
Fünf Jahre nach Boris Karloffs Auftritt als Monster in FRANKENSTEIN (1931), schlüpft er selbst in die Rolle eines Wissenschaftlers, um die Welt zu verändern. Sein Ich vom Körper zu lösen, um es in einen anderen Körper zu übertragen, bevor der eigene stirbt, ist ein interessanter Gedanke, der uns gerade im digitalen Zeitalter beschäftigt. Digital geht es hier natürlich nicht zu, und wie die Vorgänge nun genau ablaufen, wird auch nicht wirklich erklärt, aber Dr. Laurience hat eine Maschine, die irgendwas macht, und das reicht vollkommen aus, wenn das Ergebnis ein Erfolg wird.
Regisseur Robert Stevenson sorgt in DER MANN, DER SEIN GEHIRN AUSTAUSCHTE für eine wohlige Gruselatmosphäre, die bereits mit einer obligatorischen Kutschfahrt durch eine neblige Nacht zu einem finsteren Herrenhaus startet. Das Haus wird natürlich von Dr. Laurience und seinem im Rollstuhl gefesselten Mitarbeiter Clayton (Donald Calthrop) beseelt. Hier konzentriert sich die Inszenierung vor allem auf das Labor und die Experimente, die in ihm stattfinden. Unter anderem wird man Zeuge davon, wie einem Schimpansen, die Gedanken eines anderen Schimpansen eingeflößt werden. Besonders viel zu sehen gibt es dabei nicht; DER MANN, DER SEIN GEHIRN AUSTAUSCHTE konzentriert sich vor allem auf die Figuren statt auf Effekte. Monster gibt es hier keine, deshalb müssen Menschen herhalten. Das Schauspiel der beiden grimmigen Figuren, Dr. Laurience und Clayton, ist gelungen und bringt sogar ein etwas bissigen Humor mit rein, der ganz gut zum Ton des Films passt. Die Darsteller sind durch die Bank ansprechend und gleichen den Mangel an Effekten aus.
DER MANN, DER SEIN GEHIRN AUSTAUSCHTE ist ein gelungener Mad-Scientist-Horrorfilm, der seine gerade mal 66 Minuten Spielzeit mit einer interessanten Geschichte und guten Darstellern ausfüllt.
(Bjoern Candidus)









